Nun bin ich tatsächlich schon eine Woche in Buenos Aires und das ist mir erst zufällig durch meinen Kalender bewusst geworden, denn die Zeit verging unglaublich schnell.
In dieser Woche habe ich einiges gesehen (über einiges berichtete ich bereits, anderes kommt vielleicht irgendwann noch) und ich habe angefangen mich hier heimisch zu fühlen.
Ich habe hier neben dem Erkunden der Stadt und den Aktivitäten im Anne Frank Zentrum angefangen ganz normale Dinge, wie das Joggen, Ballett oder Kinobesuche zu unternehmen. Ich habe hier meinen argentinischen Ana-Alltag und der gefällt mir so gut, dass ich mir sogar, zumindest für eine kurze Zeit, vorstellen könnte in Buenos Aires zu leben.
Das einzige, aber sehr schwerwiegende Problem ist, das meine Familie (außer mein Vater) und meine Freunde nicht hier sind und ich diese jetzt schon unglaublich vermisse!
Natürlich ist aber auch Buenos Aires nicht perfekt und es gibt wie wahrscheinlich an jedem Ort Dinge, die ich sehr gerne mag und Dinge, die mich stören. Bis jetzt, und ich habe noch lange nicht alles gesehen, was auf meiner, zusammen mit meinen argentinischen Freunden erarbeiteten Liste, steht, gefällt es mir hier aber sehr. Einige Sachen, wie die oftmals von Abgasen verschmutze Luft, die fehlenden Stationenansagen in den Bussen, die übervollen Fußwege (die beim Joggen sehr hinderlich sind) und die teuren Preise (Wer sich günstige, südamerikanische Preise vorstellt irrt sich gewaltig! Was den Lebensmittelpreis angeht ist Buenos Aires die drittteuerste Stadt weltweit
) stören mich zwar, aber die negative Punkte werden eindeutig von den vielen Besonderheiten der Stadt in den Schatten gestellt.
Ich liebe die freundliche und offene Art der Porteños und den damit zusammenhängenden Kuss, den man sich, egal wie gut oder ob man sich überhaupt kennt auf die linke Wange gibt. Die Leute hier sind sehr gesprächig und oftmals vergesse ich, dass ich mich gerade drei Stunden auf Spanisch unterhalten habe, da die Gesprächsthemen sehr interessant sind und man immer das Gefühl vermittelt bekommt, dass der
Andere sich sehr für einen interessiert. Auch über mein nicht gerade perfektes Spanisch hat sich noch kein Argentinier beschwert, was ich ihnen hoch anrechne ;). Das Spanisch gefällt mir hier ohnehin sehr. Ich hatte zwar leider als Vergleich noch keinen längeren Spanienaufenthalt, aber das argentinische Castellano ist auf jeden Fall nach einiger Zeit sehr verständlich. Denn trotz eines sehr hohen Redetempos werden die Wörter, so weit ich es beurteilen kann, sehr deutlich ausgesprochen. Neben dem leckeren Essen, dem Mate Tee den ich in einer großen Runde sehr gerne trinke und dem für mich mittlerweile sehr logischem Straßensystem der cuadras mag ich auch die Bahnfahrten, die durch fliegende Verkäufer und zahlreichen Straßenmusiker nie langweilig werden. Aber mein Highlight ist bis jetzt auf jeden Fall die Zeit im Centro Ana Frank Buenos Aires, einem der einzigen Anne Frank Häusern in ganz Südamerika, gewesen. Die Zeit war für mich besonders, da ich viele junge, nette und liebenswerte Personen kennenlernt habe, die mir Argentinien näher gebracht und mir vieles erzählt haben. Natürlich gefällt mir auch die Anne Frank Ausstellung hier sehr, da ich diese in Hamburg selbst durchführte und daher vieles wieder erkannt habe.
Diese Mischung aus Stadterkundung mit Papa und der Zeit mit anderen Jugendlichen in und außerhalb des Anne Frank Zentrums ist für mich ideal, um Buenos Aires kennenzulernen und ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen noch viele weitere Möglichkeiten erhalten werde die Stadt auf dieser Art und Weise zu verstehen!