Seiten

Mittwoch, 23. Juli 2014

In 'La Boca' auf den Spuren Maradonnas

Palermo ist wunderbar, aber mein Lieblingsviertel hier in Buenos Aires ist ganz eindeutig La Boca, die Heimat vom einzigartigen Diego Maradonna.
Dieser etwas heruntergekommene Stadtteil im Süden der Metropole hat es mir eindeutig angetan.
Hier war der erste Hafen der Stadt und dieser und die Atmosphäre in dem armen, aber sehr lebendigen Viertel, geprägt von fußballspielenden Kindern und mate-trinkenden Porteños, die am Río Riachelo sitzen, machen dieses Viertel einzigartig.
Berühmt ist das Barrio La Boca vor allem durch La Bombanera, der legendären Heimstätte der Boca Juniors (einem der erfolgreichsten Fußballclubs Argentiniens) als eines der Fußballzentren in Buenos Aires geworden.
Mein Traum wäre es hier einmal ein Spiel zu sehen, denn an Spieltagen tobe das Stadion, doch das nächste Spiel findet leider erst am 13. August 2014 statt und da bin ich schon wieder in Deutschland...

Sonntag, 20. Juli 2014

Das kulturelle Buenos Aires

Auf einer Städtereise darf das Kulturprogramm nicht fehlen und Buenos Aires kann man mit ihrer Museumslandschaft aber ganz klar als eine Kulturstadt betiteln! Dies wird auch deutlich, wenn man sich die Liste anguckt, die mir die Leute vom Anne Frank Zentrum geschrieben haben und auf der sich die Orte befinden, die man hier unbedingt gesehen haben soll. Unter den 23 Punkten befinden sich 9 Museen...Diese werde ich mir sicherlich nicht alle ansehen, aber einige, wie das lateinamerikanische MAMBA (Museo de Arte Moderno) oder das Museo de la Lengua y Literatura werde ich mir noch angucken. Besucht habe ich bereits das Museo Nacional de Bellas Artes, welches Kunstwerke aus der gesamten Welt beinhaltet. Dieses Museum war interessant, aber bevorzugt habe ich das Besichtigen der Biblioteca Nacional, dessen Direktor sogar mal der weltberühmte Schriftsteller Jorge Luis Borges war. Neben der großen Auswahl an Büchern hat man einfach eine wunderbare Sicht auf Buenos Aires und den Río de la Plata 
('silberner Fluss
).
Sowohl die Nationalbibliothek als auch das Kunstmuseum befinden sich im schicken Nordviertel Recoleta, welches auch als das Paris des Südens bezeichnet wird und mit seinen Prachtbauten und Plätzen wirklich sehr edel ist. Und da sich in diesem Viertel auch einer der größten Friedhöfe der Welt, der Cementerio de Recoleta, befindet auf dem unter anderem Evita Perón bestattet liegt, haben wir uns auch den Friedhof angeguckt. Die labyrinthartige Anordnung der Gräber und die Vielzahl an Baustilen sind zwar faszinierend, aber sonst sind Friedhof meiner Meinung nach eher eine Ruhestätte als eine 
Sehenswürdigkeit.
Insgesamt sind wir an dem Tag um die fünf Stunden gelaufen und haben uns am Ende, wie sollte es auch anders sein, mit Pasta beim Italiener belohnt. Obwohl die Füße irgendwann natürlich müde sind, ist die Erkundung der Stadt per Fuß, sofern es mit den Entfernungen möglich ist, die beste Möglichkeit. Man muss beim Gehen zwar manchmal aufpassen, da viele Gehwege sehr sanierungsbedürftig sind und viele Hundehalter das Geschäft ihrer Haustiere nicht entfernen, aber sonst ist das Spazierengehen ideal, da die Straßen während der Hauptverkehrszeiten verstopft sind und man mit dem Colectivo oder dem Taxi nur sehr langsam vorankommt. Eine weitere Möglichkeit ist dann natürlich die Subte, die
Bahn der Stadt, die aber meistens sehr voll ist. 
Ich wurde übrigens letztens tatsächlich nach dem Weg gefragt und ihr könnt euch vorstellen, dass ich noch nie so stolz: 'ich kenne mich hier leider auch nicht aus.' geantwortet habe. Mit der Verwechslung ein Porteño zu sein bin ich hier eindeutig angekommen ;).

Mittwoch, 16. Juli 2014

Wunderbare 1. Woche in einer wunderbaren Stadt

Nun bin ich tatsächlich schon eine Woche in Buenos Aires und das ist mir erst zufällig durch meinen Kalender bewusst geworden, denn die Zeit verging unglaublich schnell.
In dieser Woche habe ich einiges gesehen (über einiges berichtete ich bereits, anderes kommt vielleicht irgendwann noch) und ich habe angefangen mich hier heimisch zu fühlen.
Ich habe hier neben dem Erkunden der Stadt und den Aktivitäten im Anne Frank Zentrum angefangen ganz normale Dinge, wie das Joggen, Ballett oder Kinobesuche zu unternehmen. Ich habe hier meinen argentinischen Ana-Alltag und der gefällt mir so gut, dass ich mir sogar, zumindest für eine kurze Zeit, vorstellen könnte in Buenos Aires zu leben.
Das einzige, aber sehr schwerwiegende Problem ist, das meine Familie (außer mein Vater) und meine Freunde nicht hier sind und ich diese jetzt schon unglaublich vermisse!
Natürlich ist aber auch Buenos Aires nicht perfekt und es gibt wie wahrscheinlich an jedem Ort Dinge, die ich sehr gerne mag und Dinge, die mich stören. Bis jetzt, und ich habe noch lange nicht alles gesehen, was auf meiner, zusammen mit meinen argentinischen Freunden erarbeiteten Liste, steht, gefällt es mir hier aber sehr. Einige Sachen, wie die oftmals von Abgasen verschmutze Luft, die fehlenden Stationenansagen in den Bussen, die übervollen Fußwege (die beim Joggen sehr hinderlich sind) und die teuren Preise (Wer sich günstige, südamerikanische Preise vorstellt irrt sich gewaltig! Was den Lebensmittelpreis angeht ist Buenos Aires die drittteuerste Stadt weltweit
) stören mich zwar, aber die negative Punkte werden eindeutig von den vielen Besonderheiten der Stadt in den Schatten gestellt.
Ich liebe die freundliche und offene Art der Porteños und den damit zusammenhängenden Kuss, den man sich, egal wie gut oder ob man sich überhaupt kennt auf die linke Wange gibt. Die Leute hier sind sehr gesprächig und oftmals vergesse ich, dass ich mich gerade drei Stunden auf Spanisch unterhalten habe, da die Gesprächsthemen sehr interessant sind und man immer das Gefühl vermittelt bekommt, dass der
Andere sich sehr für einen interessiert. Auch über mein nicht gerade perfektes Spanisch hat sich noch kein Argentinier beschwert, was ich ihnen hoch anrechne ;). Das Spanisch gefällt mir hier ohnehin sehr. Ich hatte zwar leider als Vergleich noch keinen längeren Spanienaufenthalt, aber das argentinische Castellano ist auf jeden Fall nach einiger Zeit sehr verständlich. Denn trotz eines sehr hohen Redetempos werden die Wörter, so weit ich es beurteilen kann, sehr deutlich ausgesprochen. Neben dem leckeren Essen, dem Mate Tee den ich in einer großen Runde sehr gerne trinke und dem für mich mittlerweile sehr logischem Straßensystem der cuadras mag ich auch die Bahnfahrten, die durch fliegende Verkäufer und zahlreichen Straßenmusiker nie langweilig werden. Aber mein Highlight ist bis jetzt auf jeden Fall die Zeit im Centro Ana Frank Buenos Aires, einem der einzigen Anne Frank Häusern in ganz Südamerika, gewesen. Die Zeit war für mich besonders, da ich viele junge, nette und liebenswerte Personen kennenlernt habe, die mir Argentinien näher gebracht und mir vieles erzählt haben. Natürlich gefällt mir auch die Anne Frank Ausstellung hier sehr, da ich diese in Hamburg selbst durchführte und daher vieles wieder erkannt habe.
Diese Mischung aus Stadterkundung mit Papa und der Zeit mit anderen Jugendlichen in und außerhalb des Anne Frank Zentrums ist für mich ideal, um Buenos Aires kennenzulernen und ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen noch viele weitere Möglichkeiten erhalten werde die Stadt auf dieser Art und Weise zu verstehen!

Sonntag, 13. Juli 2014

Ein unvergessliches WM Finale in Argentina

Heute war es endlich so weit: der Tag des langersehnten WM Finales zwischen Deutschland und Argentinien stand an und wir befanden uns ironischerweise in Argentinien.
Die Stimmung war bombastisch und wir wollten uns das Fußballspiel auf dem größten Public Viewing Platz von Buenos Aires, wahrscheinlich ganz Argentiniens, der Plaza San Martín, anschauen. Obwohl unsere Vermieterin Gabrila uns den wohlgemeinten Ratschlag gab, das Spiel mit anderen Deutschen im Restaurant Hermann zu schauen, wollten wir nicht auf die Fußballatmosphäre auf der Plaza San Martín verzichten. Also fuhren wir mit einem überfüllten Bus zum Platz und hörten schon auf der Fahrt unzählige spanische Fangesänge. Wenn ein Volk beim Fußball richtig mitfiebert, dann sind es die Argentinier. Die gesamte Stadt war in blau-weiße Flaggen gehüllt und überall hörte und las man: 'Vamos Argentina'.
Zur Plaza San Martín mussten wir uns ausnahmsweise nicht erfragen, da die Menschenmassen uns den Weg zeigten.
Ich habe noch nie so viele Messis und Maradonnas auf einem Fleck gesehen, wie bei diesem Finale in Buenos Aires. Es wirkte so, als wäre die gesamte Stadt unterwegs zu diesem Platz und als von hinten immer mehr Menschen kamen, die uns nach vorne drückten, fragte Papa, ob das wirklich so eine gute Idee gewesen sei. Natürlich war sie das, sie kam schließlich von mir, aber es war schon ziemlich heftig, dass unter den tausenden Besuchern keine einzige Deutschlandfahne zu finden war. Unnötig fand ich es trotzdem, dass Papa allen Ernstes einige Argentinier fragte, ob man hier irgendwo Deutschlandflaggen kaufen könne. Dies war nicht besonders lustig, da dieses Spiel für die Argentinier mehr als nur ein Spiel war und wir als Deutsche ohnehin nicht so gut da standen.
Obwohl wir auf dem gesamten Platz bestimmt die einzigen Deutschlandfans waren war die Stimmung fantastisch!
Schon eine Stunde vor dem Spiel gab es ununterbrochen Musik, gute Stimmung und leckere gebrannte Erdnüsse. Zu viel wurde es mir nur, als sich die lauteste Trommelgruppe hinter uns stellte und ich mir bis in die Verlängerung hinein alle möglichen Fangesänge anhören durfte. Nur bei dem Tor von Götze, dass gleichzeitig das Aus des argentinischen WM Titels bedeutete, hörten die Gesänge auf. Obwohl wir uns über den Sieg enorm freuten (südamerikanisches Fußballflair und der WM Titel für Deutschland, was will man mehr?!) taten mir die Argentinienfans sehr leid. Die Stimmung war bei einigen Argentiniern trotzdem noch euphorisch, sodass Papa es sich nicht nehmen ließ, zu fragen, wer eigentlich die Weltmeisterschaft gewonnen habe. Trotz dieser, wie ich finde, überflüssigen Frage, antworteten alle freundlich 'Alemania, aber ihre Mannschaft hätte bis zum Ende gekämpft!'. Und zweiter bei der WM ist wirklich ein grandioser Erfolg! Aber ich muss zugeben, dass ich am Ende wirklich glücklich war, heil aus dieser Menge herauszukommen, denn obwohl ich noch nie so ein.vergleichbares und emotionales Public Viewing besucht habe, war ich auch froh, als wir heil in unserer
Wohnung waren.

Samstag, 12. Juli 2014

Buenos Aires für Genießer

Natürlich wollten wir uns als echte Fußballfans auch das Brasilien-Holland Spiel nicht entgehen lassen und schauten es uns im Restaurant 'Pizza und Pasta' an. Die Stimmung und vor allem das Essen waren extrem gut!
Das Essen ist hier ohnehin ein Thema für sich. Ich bin gerade mal drei Tage hier und kann davon nur schwärmen. Vor allem die Desserts haben es mir als Fan von süßem Essen extrem angetan! Da wäre zum Einen die typische karamellisierte Milchcreme 'dulce de leche', die man hier zu allem essen kann. Obwohl ich eher ein Schokoladenfan bin, zähle ich mich als ein Fan dieser süßen Creme, die egal ob als Brotaufstrich oder zwischen Keksen irgendwie immer geht.
Ein weiterer Favorit sind für mich 'alfajores', aufeinander geschichtete, kleine runde Kekse, die mit dulce de leche gefüllt und mit Schokolade überzogen wirklich köstlich sind. Dadurch, dass sich alle 100m an jeder 'cuadra' ein Kiosk befindet, kommt man auch ziemlich leicht an die Kekse ran.
Doch das leckerste was ich bis jetzt gegessen habe waren eindeutig 'medialunas', ein croissant-artiges Gebäck, das man hier zu seinem 'cafe con leche' gereicht bekommt. Diese halbmondförmigen Teile könnte ich immer essen.
Doch auch das herzhafte Essen hier ist lecker! Von den unglaublich berühmten Steaks kann ich als Vegetarierin leider nicht berichten, aber mein Vater hat auf jeden Fall überzeugt gewirkt ;). Hier soll es nämlich die besten Steaks der Welt geben und in Anbetracht der Tatsache, dass die Argentinier mit jährlichen 68 kg pro Kopf sogar noch vor den Amerikanern Weltmeister im Rindfleischverbrauch sind, glaube ich das auch. Aber was für mich hier auf jeden Fall köstlich ist, ist Pizza. Italienisches Essen ist hier ohnehin unschlagbar, da ein Großteil der Bewohner von Buenos Aires aus italienischen Einwanderern besteht. Hier habe ich also gestern auch eindeutig die beste Pizza meines Lebens gegessen (hierbei muss ich zugeben, dass ich noch nie in Italien war, aber als Pizzakennerin würde ich mich trotzdem bezeichnen;)).
Doch natürlich habe ich was Essen und Trinken angeht noch einiges auf der Liste. Ich muss unbedingt noch die berühmte Pasta, ein Eis aus der heladería und den berühmten Mate Tee probieren.
Buenos Aires ist eine Stadt für Genießer und da ich auf jeden Fall eine Genießerin bin, fühle ich mich hier auch ziemlich wohl :).
Übrigens habe ich heute auch meinen ersten Stromausfall ('corte de luz') in Argentinien miterlebt. Hierbei hatte ich malwieder unglaublich Glück, da ich zwei Minuten zuvor den Fahrstuhl benutzte und im Fahrstuhl stecken zu bleiben wäre besonders in einem fremden Kontinent nicht nervenföderlich, daher war ich im Nachhinein ziemlich froh darüber, dass das Licht erst ausging, als ich die Wohnungstür öffnete!

Das typische Touri-Programm, Station 1: Plaza de Mayo

Natürlich darf beim Entdecken von Buenos Aires der älteste und  wichtigste Platz der Stadt, die 'Plaza de Mayo' nicht fehlen. Um uns diesen anzusehen haben wir uns zur richtigen Haltestelle durchgefragt. Hierbei darf man in Buenos Aires nie vergessen immer ein paar Leute zu fragen, denn bevor ein Porteño sagt, dass er den Weg nicht kennt, erläutert er einem lieber einen anderen Weg (dies durfte ich schon selbst erfahren :)). Auf der zwei Stunden langen Busfahrt, bei der ich wirklich Bewunderung für den Busfahrer empfand, der es bei einer unglaublich vollen und komplexen Verkehrslage schaffte komplett ruhig zu bleiben, lernten wir ein Ehepaar aus Uruguay kennen, das uns auf die Idee brachte in den kommenden Wochen auch einen Trip nach Montevideo zu machen. Die Hauptstadt Uruguays ist nämlich von Buenos Aires mit dem Schiff oder dem Bus innerhalb von wenigen Stunden zu erreichen. Diese Idee gefällt mir und ich hoffe, dass wir diese Fahrt noch antreten.
Nach der Busfahrt, die mir sehr gefallen hat, da der Bus wirklich durch viele, auch verwinkelte Straßen, fuhr sind wir am großen Platz, der vor allem durch den stummen Protest der Madres de la Plaza de Mayo bekannt geworden ist, angekommen. Die Atmosphäre zeigt, dass auf diesem Platz bereits geschichtlich
Wichtiges passiert ist. (hier wurde die Stadt gegründet und für die Unabhängigkeit demonstriert) Auch die ganzen umliegenden Gebäude unterstreichen die Wichtigkeit. Neben dem Platz befindet sich nämlich der rosafarbene Regierungssitz Casa Rosada und andere wichtige Ministerien.
Mir hat aber vor allem gefallen, dass der Platz trotz der Tatsache, dass er einer der größten Sehenswürdigkeiten des Landes ist, relativ leer war und wir dort auch gut entspannen konnten. Denn erst dann kann man den Ort richtig genießen finde ich :).

Das vielfältige Buenos Aires:

Palermo <3

Bevor ich am Dienstag mit der Arbeit im Centro Ana Frank anfange, wollte ich auf jeden Fall noch viel von Buenos Aires sehen und die Stadt bestmöglich kennenlernen.
Hierfür fuhren wir zunächst einmal in das schöne Palermo, wo wir von unserer freundlichen und zierlichen Vermieterin Gabriela empfangen wurden. Diese gab uns hilfreiche Tipps und Empfehlungen für die nächste Wochen und nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es auch schon weiter, denn ich wollte direkt die Stadt erkunden. Papa tat mir etwas leid, da wir gerade erst angekommen waren, aber ich will immer wirklich jede Minute nutzen, um nichts zu verpassen ;). Also besorgten wir uns jeder die Aufladetickets der 'SUBE' und fuhren direkt ins Zentrum.

Unser Stadtteil Palermo hat mir auf Anhieb gut gefallen:

WM Spiel und Krankenhauserfahrungen innerhalb der ersten 24-Stunden

Da ich eine Person bin, die sich von interessanten und vielfältigen Orten direkt begeistern lässt, hat mich Buenos Aires direkt in ihren Bann gezogen und überzeugt. Die riesigen Kreuzungen, die ganzen kleinen Läden, die freundlichen und die redseligen Argentinier sind wirklich toll!
Nach unserer Ankunft im Hotel sind wir also direkt losgegangen, um eine Bar für das kommende Argentinien-Holland Spiel zu finden und wurden direkt fündig. Auch wenn das Spiel meiner Meinung nach eher unspektakulär war, war die Atmosphäre beeindruckend! Wie sehr die Argentinier mit ihrer Mannschaft mitfiebern und bei jeder Kleinigkeit jubeln ist wirklich besonders. Der Lautstärkepegel war also enorm und wurde nur noch vom letzten entscheidenden Elfmeter übertroffen. Die Argentinier sind sichtlich stolz auf ihre Mannschaft gewesen. Dies sei vor allem so, erklärte uns ein Argentinier, weil die Erfolge der Mannschaft von der wirtschaftlich sehr schwierigen Lage des Landes ablenken. Diese ist Moment tatsächlich sehr kritisch, da Argentinien, wenn es notwendige Kredite nicht erhalten sollte, nicht weit von einer Finanzkrise entfernt ist. Nach dem Spiel und der Ironie, dass wir als Deutsche das Finalspiel zwischen Argentinien und Deutschland in Buenos Aires gucken würden, gingen wir zurück in das Hotel um endlich schlafen zu können. Während ich direkt in einen ziemlich tiefen Schlaf fiel passierte es, dass mein Vater im Dunkeln über meinen Koffer stolperte und sich an der Tischkante die Schläfe aufschlug und über dem Auge eine große Wunde hatte. Ich bekam das erst mit, als mich mein Vater weckte und bat den Hotelmitarbeiter zu fragen, ob dieser ein Taxi zum nächsten Krankenhaus rufen könne. Ich war sofort wach, machte mir direkt Vorwürfe, dass mein Koffer da stand, wo er stand, und überlegte mir auf dem Weg nach unten was ich auf Spanisch alles erklären müsste. Glücklicherweise hat mich der Mitarbeiter direkt verstanden und wir machten unsere erste Taxifahrt mit den typisch gelb-schwarzen Taxis in das 'Hospital de Clínicas'. Mittlerweile war es 4:30 Uhr und das Krankenhaus war bis auf einigen Mitarbeitern komplett leer.
In Stresssituationen schaffe ich es normalerweise ruhig zu bleiben, aber innerlich machte ich mir große Sorgen, ob es meinem Vater schnell wieder gut gehen würde. Nachdem wir in der Notfallstation 40 Minuten (!) warten mussten, weil der Chirurg erst herfahren musste, wurde Papas Wunde mit einigen Stichen genäht und ich erhielt Pflegehinweise. Ich war erleichtert, dass alles gut gegangen war und verstand sogar das meiste, was der Arzt sagte. Im Hotel angekommen fiel ich noch erschöpfter als vorher (dass das möglich wäre hätte ich vorher nicht geglaubt) ins Bett und war einfach nur erleichtert und unglaublich dankbar, dass es Papa den Umständen entsprechend gut ging. Trotzdem war so viel Action direkt nach unserer Ankunft wirklich nicht notwendig! Schließlich bin ich noch einige Wochen hier... 

Das Krankenhaus in dem Papa behandelt wurde:

Freitag, 11. Juli 2014

Erlebnisreiche Ankunft

Nachdem ich einige Vorbereitungen traf (ich wurde spontan einen Tag vor meiner Reise noch mit drei Impfungen versorgt) und unsere Buchungsunterlagen am Morgen des Reisetages im letzten Moment ankamen, ging es also am 8.7. von Frankfurt aus nach Buenos Aires. Vor mir lag ein 14-Stunden Flug, der durch das Deutschland-Brasilien Spiel und einigen guten Filmen wie im Flug verging ;). Ehrlich gesagt habe ich erst im Flugzeug angefangen Reiseführer über Buenos Aires durchzulesen und die Tage unseres Aufenthaltes zu planen, da ich davor durch meinen Geburtstag und den Schulabschlusses wirklich keine Zeit hatte. Mein Vater, der auch eher einer von der spontanen Sorte ist, machte gleich zu Anfang klar, dass die Planung der Reise ganz von mir übernommen werden soll. Nachdem wir am Flughafen Euros in argentinische Pesos (dies sollte man eigentlich in privaten Wechselstuben machen, denn der offizielle Wechselkurs ist ziemlich schlecht) getauscht haben, wurden wir vor dem Flughafen direkt von acht unterschiedlichen 'Remis', also Taxifahrern angesprochen, doch da wir die Stadt kennenlernen wollten, sind wir mit der Hoffnung zu den Bussen, den 'colectivos' gegangen, dass uns einer schon zu unserem Hotel bringen würde (ziemlich optimistisch, denn in Buenos Aires gibt es ca. 350 Linien). Was wir vergessen hatten war, dass man in Buenos Aires entweder sogenanntem 'SUBES', also Fahrkarten zum Aufladen hat, oder die Karte im Bus mit 'monedas', (Münzen) bezahlen muss, da die Busfahrer sich vor Falschgeld fürchten. Wir hatten natürlich nur Scheine bekommen und da mir das mit den Münzen einfiel, fragte ich direkt ein Ehepaar, das an der Bushaltestelle stand. Mir wurde direkt bewusst, dass ich mich erst an den Akzent der Porteños gewöhnen musste, aber das was ich verstand war, dass wir so nicht mitfahren könnten. Unser Glück war aber, dass das junge Paar uns anbot uns auf ihrer Karte mitzunehmen und so traten wir die zwei Stunden lange Busfahrt vom Flughafen in die Stadt an. Busfahrten allgemein sind anders als in Deutschland, da die Busse ruppiger fahren und man sich ziemlich festhalten muss. Aber diese Busfahrt hat mich sehr geprägt, da wir auch an den Armenvierteln, den 'villas miserias', die wir uns in den nächsten Tagen genauer angucken werden, vorbeigefahren sind. Mir ist bewusst, dass diese in Südamerika natürlich extrem sind, aber die heruntergekommenen Häuser und die ganzen obdachlosen Personen zu sehen hat mich sehr traurig gemacht, da vor Ort zu sein natürlich etwas anderes ist, als über das Fernsehen von den Missständen zu erfahren.
Dafür war dann der Kontrast zum Zentrum umso größer, sodass ich diese 
Stadt direkt mit New York vergleichen würde, wenn ich einmal dagewesen wäre ;). Das Stadtinnere ist sehr laut, sehr voll und von einer 'buen aire' kann man wegen der stickigen Luft trotz der mit 15 grad winterlichen und kühlen Temperaturen nicht sprechen. Aber da ich persönlich Großstädte und die Atmosphäre dort sehr mag, hat mir der erste Eindruck sehr gefallen.

Warum Buenos Aires?

Argentinien ist ein super Land, keine Frage, aber viele haben sich berechtigterweise gefragt, weswegen ich mir als Ziel meiner Reise Argentinien ausgesucht habe.
Zum Einen war Argentinien schon seit meiner Kindheit neben meinem Heimatland Iran mein Lieblingsland. Ich kannte dort zwar niemanden und hatte auch sonst keinen triftigen Grund, aber ich mochte das Land einfach. Ich fand diese für Argentinier typische Sentimentalität und Nostalgie interessant und auch den 'Tango' und 'dulce de leche' wollte ich mal ausprobieren. Außerdem wollte ich vor Ort sehen, ob Buenos Aires wirklich europäischen Flair in Südamerika präsentiert.
Die südamerikanische Kultur und den Kontinent an sich wollte ich auch schon immer mal vor Ort kennenlernen, denn ich war noch nie in Amerika. Praktisch war außerdem, dass mein Vater, der mit mir nach dem Abi eine Reise machen wollte, und ich Spanisch sprechen. Argentinien schien also als ein ideales Reiseland für mich und nachdem ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, denke ich meistens nicht mehr so viel darüber nach und wäge ab, sondern entscheide direkt aus dem Bauch heraus. Daher sollte es Argentinien sein ;)

Donnerstag, 10. Juli 2014

Ana und ihr Blog

Jetzt bin auch ich unter die Blogger gegangen!
Zu sagen hatte ich schon immer einiges, aber seit gestern ist ein weiterer sehr überzeugender Grund dazugekommen, der eindeutig für einen Blog spricht: meine Reise nach Argentinien. Seit gestern, 7 Uhr Ortszeit, befinde ich mich hier in Buenos Aires und diese Stadt ist einfach so faszinierend, dass es sich zu berichten lohnt! Und diesen
Bericht erst nachträglich zu liefern ist unpraktisch, da man nachträglich oftmals einiges vergisst. Daher dieser Blog :).
Mit diesem will ich euch also mit auf meine Reise nehmen und ihr befindet euch in meiner 'donya' (pers.: Welt) ;).