Da ich eine Person bin, die sich von interessanten und vielfältigen Orten direkt begeistern lässt, hat mich Buenos Aires direkt in ihren Bann gezogen und überzeugt. Die riesigen Kreuzungen, die ganzen kleinen Läden, die freundlichen und die redseligen Argentinier sind wirklich toll!
Nach unserer Ankunft im Hotel sind wir also direkt losgegangen, um eine Bar für das kommende Argentinien-Holland Spiel zu finden und wurden direkt fündig. Auch wenn das Spiel meiner Meinung nach eher unspektakulär war, war die Atmosphäre beeindruckend! Wie sehr die Argentinier mit ihrer Mannschaft mitfiebern und bei jeder Kleinigkeit jubeln ist wirklich besonders. Der Lautstärkepegel war also enorm und wurde nur noch vom letzten entscheidenden Elfmeter übertroffen. Die Argentinier sind sichtlich stolz auf ihre Mannschaft gewesen. Dies sei vor allem so, erklärte uns ein Argentinier, weil die Erfolge der Mannschaft von der wirtschaftlich sehr schwierigen Lage des Landes ablenken. Diese ist Moment tatsächlich sehr kritisch, da Argentinien, wenn es notwendige Kredite nicht erhalten sollte, nicht weit von einer Finanzkrise entfernt ist. Nach dem Spiel und der Ironie, dass wir als Deutsche das Finalspiel zwischen Argentinien und Deutschland in Buenos Aires gucken würden, gingen wir zurück in das Hotel um endlich schlafen zu können. Während ich direkt in einen ziemlich tiefen Schlaf fiel passierte es, dass mein Vater im Dunkeln über meinen Koffer stolperte und sich an der Tischkante die Schläfe aufschlug und über dem Auge eine große Wunde hatte. Ich bekam das erst mit, als mich mein Vater weckte und bat den Hotelmitarbeiter zu fragen, ob dieser ein Taxi zum nächsten Krankenhaus rufen könne. Ich war sofort wach, machte mir direkt Vorwürfe, dass mein Koffer da stand, wo er stand, und überlegte mir auf dem Weg nach unten was ich auf Spanisch alles erklären müsste. Glücklicherweise hat mich der Mitarbeiter direkt verstanden und wir machten unsere erste Taxifahrt mit den typisch gelb-schwarzen Taxis in das 'Hospital de Clínicas'. Mittlerweile war es 4:30 Uhr und das Krankenhaus war bis auf einigen Mitarbeitern komplett leer.
In Stresssituationen schaffe ich es normalerweise ruhig zu bleiben, aber innerlich machte ich mir große Sorgen, ob es meinem Vater schnell wieder gut gehen würde. Nachdem wir in der Notfallstation 40 Minuten (!) warten mussten, weil der Chirurg erst herfahren musste, wurde Papas Wunde mit einigen Stichen genäht und ich erhielt Pflegehinweise. Ich war erleichtert, dass alles gut gegangen war und verstand sogar das meiste, was der Arzt sagte. Im Hotel angekommen fiel ich noch erschöpfter als vorher (dass das möglich wäre hätte ich vorher nicht geglaubt) ins Bett und war einfach nur erleichtert und unglaublich dankbar, dass es Papa den Umständen entsprechend gut ging. Trotzdem war so viel Action direkt nach unserer Ankunft wirklich nicht notwendig! Schließlich bin ich noch einige Wochen hier...
Das Krankenhaus in dem Papa behandelt wurde:
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