Auf einer Städtereise darf das Kulturprogramm nicht fehlen und Buenos Aires kann man mit ihrer Museumslandschaft aber ganz klar als eine Kulturstadt betiteln! Dies wird auch deutlich, wenn man sich die Liste anguckt, die mir die Leute vom Anne Frank Zentrum geschrieben haben und auf der sich die Orte befinden, die man hier unbedingt gesehen haben soll. Unter den 23 Punkten befinden sich 9 Museen...Diese werde ich mir sicherlich nicht alle ansehen, aber einige, wie das lateinamerikanische MAMBA (Museo de Arte Moderno) oder das Museo de la Lengua y Literatura werde ich mir noch angucken. Besucht habe ich bereits das Museo Nacional de Bellas Artes, welches Kunstwerke aus der gesamten Welt beinhaltet. Dieses Museum war interessant, aber bevorzugt habe ich das Besichtigen der Biblioteca Nacional, dessen Direktor sogar mal der weltberühmte Schriftsteller Jorge Luis Borges war. Neben der großen Auswahl an Büchern hat man einfach eine wunderbare Sicht auf Buenos Aires und den Río de la Plata
('silberner Fluss
). Sowohl die Nationalbibliothek als auch das Kunstmuseum befinden sich im schicken Nordviertel Recoleta, welches auch als das Paris des Südens bezeichnet wird und mit seinen Prachtbauten und Plätzen wirklich sehr edel ist. Und da sich in diesem Viertel auch einer der größten Friedhöfe der Welt, der Cementerio de Recoleta, befindet auf dem unter anderem Evita Perón bestattet liegt, haben wir uns auch den Friedhof angeguckt. Die labyrinthartige Anordnung der Gräber und die Vielzahl an Baustilen sind zwar faszinierend, aber sonst sind Friedhof meiner Meinung nach eher eine Ruhestätte als eine
Sehenswürdigkeit.
Insgesamt sind wir an dem Tag um die fünf Stunden gelaufen und haben uns am Ende, wie sollte es auch anders sein, mit Pasta beim Italiener belohnt. Obwohl die Füße irgendwann natürlich müde sind, ist die Erkundung der Stadt per Fuß, sofern es mit den Entfernungen möglich ist, die beste Möglichkeit. Man muss beim Gehen zwar manchmal aufpassen, da viele Gehwege sehr sanierungsbedürftig sind und viele Hundehalter das Geschäft ihrer Haustiere nicht entfernen, aber sonst ist das Spazierengehen ideal, da die Straßen während der Hauptverkehrszeiten verstopft sind und man mit dem Colectivo oder dem Taxi nur sehr langsam vorankommt. Eine weitere Möglichkeit ist dann natürlich die Subte, die
Bahn der Stadt, die aber meistens sehr voll ist.
Ich wurde übrigens letztens tatsächlich nach dem Weg gefragt und ihr könnt euch vorstellen, dass ich noch nie so stolz: 'ich kenne mich hier leider auch nicht aus.' geantwortet habe. Mit der Verwechslung ein Porteño zu sein bin ich hier eindeutig angekommen ;).
Sonntag, 20. Juli 2014
Das kulturelle Buenos Aires
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